Bindungsmuster und Inneres Kind

Die Entwicklung des Selbst erkennen und Verhaltensänderungen ermöglichen

Unsere frühen kindlichen Beziehungserfahrungen mit unseren Eltern und anderen Bezugspersonen prägen als sogenannte Bindungsmuster unser gesamtes (soziales) Leben und haben Auswirkungen auf alle späteren Beziehungen. Und ebenso haben innerfamiliäre Erfahrungen und Verhaltensweisen über Generationen hinweg sowie gesellschaftliche und historische Rahmenbedingungen Einfluss darauf, wie wir unser Leben und somit unsere Beziehungen gestalten (können).
Unser Bindungsmuster – ob wir bindungssicher, unsicher-vermeidend oder unsicher-ambivalent sind – hat entscheidenden Einfluss auf all unsere Beziehungen: als Kind, als Eltern, in der Partnerschaft, in jedem sozialen Kontext.

Bindung ist in jedem Alter und in jeder Lebenssituation von Bedeutung. Dementsprechend ist mein Angebot für alle, die über ihre Beziehungsgestaltung mehr erfahren möchten und die ihre „Muster“ erweitern wollen.

Auf Basis der Bindungstheorie können wir Hinweise auf Ihre Bindungsqualität erkunden und Ihre Verhaltensweisen daraufhin entschlüsseln. Das Wissen um die eigene Bindungsrepräsentanz und das Erkennen der daraus resultierenden Beziehungsmuster wird Ihnen mehr Verständnis für sich selbst eröffnen und kann Ihnen helfen, Veränderungen zu bewirken und den Beziehungen eine neue Qualität und mehr Sicherheit zu geben.

Bindungsmuster

Mir ist es ein wichtiges Anliegen, Sie über die Bindungsmuster aufzuklären. Die Bindungsmuster werden vor allem in den ersten Jahren der Kindheit durch die Beziehung zu den Eltern erworben: Deren Reaktion auf die kindlichen Bedürfnisse, ihre Erziehungsvorstellungen und insgesamt ihr Blick auf ihr Kind prägen dessen Vorstellungen und Verhaltensweisen hinsichtlich der Bindungsrepräsentanz.

Kinder spüren, ob sie so wie sie sind angenommen und willkommen sind. Oder ob sie sich den Wünschen der Eltern anpassen müssen. Kinder wissen schon im ersten Lebensjahr, ob sie bei ihren Eltern Trost und Geborgenheit erfahren oder nicht.
Ob ein Kind Schutz, Sicherheit und Geborgenheit durch seine Eltern erfährt, ob es seine Gefühle ausdrücken darf und eine feinfühlige Begleitung erlebt, hat Einfluss auf sein Bindungsverhalten.
Diese früh erworbenen Bindungsmuster bilden wie eine Schablone den Hintergrund unseres sozialen Verhaltens. Dies kommt hauptsächlich in nahen Beziehungen deutlich zum Vorschein: im Kontakt mit dem eigenen Kind und dem Partner. In den meisten Fällen geben Eltern ihre Bindungsmuster an ihre Kinder weiter.
Viele der Verhaltensweisen und Einstellungen zum Beispiel im familiären oder freundschaftlichen Kontext lassen sich besser verstehen, wenn wir die „gelernte“ Beziehungsgestaltung und das Bindungsmuster berücksichtigen.

Das Innere Kind – Erforschung der kindlichen Anteile

Wie intensiv wir uns an unsere Kindheit erinnern, wie wir unsere Gefühle und die des Gegenüber wahrnehmen und aushalten können, wie wir uns in angstvollen oder stressigen Situationen verhalten – ob wir uns Hilfe holen können oder glauben, alles allein „schaffen“ zu müssen, wie wir Nähe und Distanz zu anderen Personen regulieren, wie wir (kurzzeitige) Trennungen erleben und nicht zuletzt wie wir in Kontakt mit uns und Anderen sind – all das wird von den verinnerlichten frühen Beziehungserfahrungen – unseren Bindungsmustern – beeinflusst.

Das bedeutet, dass wir in vielen Situationen unreflektiert auf Erfahrungen zurückgreifen. Überwiegend sind dies Erfahrungen aus der Kindheit. Die Zusammenhänge zwischen dem gegenwärtigen Fühlen, Denken und Handeln sind uns meist nicht bewusst.

Die kindlichen Anteile können mit fachkundiger und feinfühliger bindungsbasierter Beratung deutlich gemacht werden. Wenn das gelingt, und die Klienten sich hierauf einlassen, wird der Handlungsspielraum (der jetzt erwachsenen Person) deutlich erweitert. Das Kind hat seine Erfahrungen gemacht, doch sind dessen Handlungsstrategien von damals heute nicht mehr angemessen.

Beispiele

Wenn ein Kind oft hört, dass es bestimmte alltägliche Dinge allein bewältigen soll, z. B. allein auf den Hochstuhl klettern, allein den Kummer aushalten („Ist doch nicht so schlimm!“), allein mit seiner Angst bleibt („Musst doch keine Angst haben!“), dann lernt das Kind sehr schnell, seine Eltern nicht mit seinen Angelegenheiten zu belästigen.

Wird ein Kind oft genug abgewiesen, wenn es z. B. nach einem Sturz erschrocken ist oder Schmerzen hat („Steh wieder auf, ist ja nichts passiert!“), dann lernt dieses Kind, dass es keinen Trost bekommt.

Diese Kinder haben als Erwachsene dann die Gewissheit, dass es Trost und Schutz und Geborgenheit für sie nicht gibt. Sie werden kaum in der Lage sein, sich Hilfe zu holen, wenn sie welche brauchen.

Erfahren sie jedoch im beraterischen oder therapeutischen Kontext Verständnis und Unterstützung, macht das Innere Kind nun neue Erfahrungen, und nach einiger Zeit und nach vielen dieser neuen Erfahrungen sind positive Verhaltensveränderungen möglich, denn die alten Erfahrungen werden durch die neuen Erfahrungen auch im Gehirn „überschrieben“.

Wir versuchen, Ihre kindlichen Anteile zu entschlüsseln und prüfen gleichsam, ob die Erfahrungen im Hier und Jetzt noch Relevanz haben. Ich begleite Sie dabei, Schritt für Schritt neue Erfahrungen zu verankern.

Vorschlag zum Ablauf

Für eine bindungsbasierte Beratungsgrundlage hat sich ein Zeitumfang von 10 Stunden als geeignet erwiesen. Manchmal genügen auch weniger Stunden, je nachdem, mit welchen Wünschen, Anliegen oder Belastungen Sie zu mir kommen.
Über einen möglichen Beratungsablauf, Inhalte und Fragestellungen, meine Arbeitsweise und weitere Fragen und Anliegen können wir gern bei einem unverbindlichen und kostenlosen Kennenlerntermin sprechen.